Peggy kennt den Knast. Die Hierarchien, die Blicke, das unausgesprochene Gesetz der Angst und Dominanz. Doch an diesem Morgen ist etwas anders. Die Luft ist schwer, aber nicht mehr bedrohlich. Die scharfen Sprüche verstummen, die unterschwelligen Bedrohungen bleiben aus. Und das alles wegen einer Person: Steffi, Peggys Erzfeindin hinter Gittern, zeigt sich plötzlich beschützend – zuvorkommend, fast… freundlich?
Für Peggy, die nichts dem Zufall überlässt, schrillen sofort die Alarmglocken. Joe bemerkt ihre Unruhe, aber Peggy bleibt vage. Zu viele Fragen brennen in ihr: Was hat Steffi plötzlich zu verbergen? Warum dieser Sinneswandel? Und was hat Indira damit zu tun?
Statt sich dankbar zurückzulehnen, geht Peggy in den Angriffsmodus. Sie beobachtet, fragt, hört genau hin. Jede Bewegung von Steffi und Indira wird registriert, jeder Satz auf doppelte Bedeutung geprüft. Und schließlich wird sie fündig – ein Gespräch zweier Mitinsassinnen bringt sie auf eine heiße Spur: Es geht das Gerücht um, dass Steffi und Indira eine heimliche Affäre im Gefängnis hatten.
Plötzlich ergibt alles Sinn. Die Nähe, die Blicke, das blinde Vertrauen. Für Peggy ist klar: Diese Information ist mehr als nur ein Klatsch. Es ist ein Druckmittel. Ein Hebel, den sie gegen Steffi einsetzen kann. Doch bevor sie zur Tat schreitet, will sie Gewissheit.
Mit taktischer Finesse stellt sie Steffi zur Rede – nicht offen, sondern über Andeutungen. Sie testet ihre Reaktion, wirft ihr kleine Brocken hin: „Komisch, wie freundlich du auf einmal bist… Ob das was mit Indira zu tun hat?“ Steffi wird blass, fängt sich aber schnell. „Du fantasierst dir was zusammen, Peggy“, zischt sie. Doch ihre Augen sprechen eine andere Sprache.
Peggy ist nicht dumm. Sie weiß, dass Steffi weiß, dass sie etwas weiß. Und das allein reicht, um das Machtverhältnis erneut zu verschieben. Peggy, die zuletzt wie ein Opfer behandelt wurde, spürt, wie sich das Blatt wendet. Doch sie geht nicht sofort zum Angriff über. Noch nicht.
Stattdessen beobachtet sie weiter. Sie will mehr – mehr Beweise, mehr Kontrolle, mehr Klarheit. Wenn sie Steffi wirklich unter Druck setzen will, dann braucht sie mehr als ein Gerücht. Sie braucht Fakten. Und vielleicht sogar ein Geständnis.
Joe spürt die Veränderung in Peggy, als sie ihm später begegnet. Sie wirkt ruhig, aber fokussiert. Ihre Gedanken sind bei den Intrigen hinter Gittern, nicht bei der Außenwelt. Als er sie darauf anspricht, winkt sie nur ab: „Ich klär das. Auf meine Weise.“
Und genau das tut sie. Mit einem raffinierten Plan will Peggy Steffi aus der Reserve locken – eine Inszenierung, ein Moment der Schwäche, und vielleicht das entscheidende Wort zur falschen Zeit. Wenn alles klappt, kann sie nicht nur ihren Stand im Knast sichern, sondern sich endlich gegenüber ihrer Rivalin behaupten. Doch das Risiko ist groß. Denn wenn Steffi merkt, dass Peggy das Spiel durchschaut hat, kann es gefährlich werden. Richtig gefährlich.
Was Peggy allerdings noch nicht weiß: Auch Indira spielt ein doppeltes Spiel. Und sie hat eigene Gründe, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Sollte sie sich bedroht fühlen, könnte sie alles tun, um das Gerücht zu begraben – notfalls mit Gewalt.