Für Janni hätte der Tag nicht schlechter laufen können. Nach einem heftigen Gespräch mit Elias fühlt sie sich leer, verwirrt – und zutiefst schuldig. Sie wollte nie zwischen ihm und seinem Vater stehen, aber als sie von Elias’ Treffen mit den Talahon-Kumpels erfuhr, konnte sie einfach nicht schweigen. Vielleicht war es aus Fürsorge. Vielleicht auch aus Angst. Doch was auch immer ihre Absicht war – für Elias war es ein glasklarer Verrat.
Er straft sie mit Schweigen, kühlen Blicken und abweisender Körpersprache. Für Janni, die mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Elias hegt, ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Sie versucht, mit ihm zu reden – und als sie ihm ihre Beweggründe offenbart, erkennt Elias, dass hinter ihrer Offenbarung keine böse Absicht steckte. Er verzeiht ihr. Das Eis taut. Doch was sich nach Versöhnung anfühlt, wird zum Anfang eines neuen Problems.
Die Aussprache mit Elias hat Janni emotional tief mitgenommen. Sie kann sich kaum konzentrieren, wirkt zerstreut – und als sie ihre Deutscharbeit zu Hause ausdrucken will, vergisst sie sie in letzter Sekunde im Drucker. Ein banales Missgeschick? Für Janni ja. Für Thömmes – ganz sicher nicht.
Der ewige Streber und Petzer nutzt die Gelegenheit gnadenlos. Er entdeckt die vergessene Arbeit, erkennt sofort die Chance zur Machtdemonstration – und marschiert damit direkt zum Direktor. Kein Gespräch, kein Hinweis, kein Verständnis. Nur der kühle Wunsch, Janni in Schwierigkeiten zu bringen.
Die Nachricht schlägt bei Janni ein wie ein Blitz. Noch am selben Tag wird sie zum Direktor zitiert. Der Verdacht: absichtliches Zuspätabgeben, womöglich sogar versuchter Betrug. Für jemanden mit einem ohnehin schon belasteten Verhältnis zur Schule eine Katastrophe. Ihre Nerven liegen blank, ihr Kopf ist voll – und in ihrem Herzen tobt die Angst, dass aus einem kleinen Fehler eine große Strafe wird.
Währenddessen bekommt Elias Wind von der Sache. Als er erfährt, dass Thömmes derjenige war, der die Arbeit gemeldet hat, kocht in ihm die Wut hoch. Er stellt Thömmes zur Rede – laut, direkt und ungefiltert. Zwischen den Jungs eskaliert es beinahe. Elias macht klar, dass es eine Sache ist, gut in der Schule zu sein – aber eine ganz andere, jemanden mutwillig zu Fall zu bringen.
Janni versucht währenddessen, sich beim Direktor zu erklären. Doch der ist skeptisch. Zu viele Schüler schieben technische Probleme oder Vergesslichkeit vor. Für Janni steht plötzlich nicht nur die Deutschnote, sondern ihre gesamte Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Wird ihr jemand glauben? Oder steht sie allein da – mit dem Gefühl, in einer Welt aus Regeln und Rivalitäten zu ertrinken?
Ein einfacher Druckfehler wird zur Bewährungsprobe – für Freundschaft, Vertrauen und Gerechtigkeit.